focus Musik, die Sechste: Wie sich das mobile Ticketing-Service “ntry” am dichten Ticketing-Business breit machen will, erfragt Stefan Niederwieser von Hannes Tschürtz
Die Musik ist im Umbruch. Das ntry stellt sich mit einem mobilen Konzert-Ticket Service auf die Veränderung ein. Das Projekt erhielt von departure eine Förderzusage.
ntry will sich am dichten Ticketing-Business breit machen. Das wird derzeit eigentlich von ein paar großen Konzernen besetzt. Und deren Geschäft läuft gut, der Event-Sektor war lange der Wachstumstreiber und Hoffnungsanker der Musikindustrie. Vielleicht lief das Geschäft sogar so gut, dass verschiedene Services wie Ö-Ticket oder Wien Ticket es bisher verschlafen haben, Apps für den einfachen Ticketkauf für unterwegs zu veröffentlichen. Auch Skalar Music hat bisher keine App für Tickets – die Agentur veranstaltet immerhin Festivals wie das FM4 Frequency oder das Nova Rock. Diese Festival-Schwergewichte liegen aber einstweilen ebenso wie Konzerte in der Stadthalle für ntry ohnehin außer Reichweite. Bei ntry soll es die Masse an kleineren Konzerten richten.
Über die Jahre haben die Macher hinter ntry mit Ink Music bereits reichlich Erfahrungen im Event-Bereich gesammelt, die Booker wissen, welche Festivals und Locations verlässliche Partner sind, Bands können immer wieder im Feldversuch sehen, wie das Service läuft. Und man kann damit auch bestimmen, falls Tickets exklusiv über ntry verfügbar sein sollen. Vor allem aber war der Schritt zum mobilen Ticketing-Service fast überfällig. In anderen Ländern gibt es bereits eine Reihe von solchen Apps, in Österreich sind mittlerweile auch genügend Smartphones im Umlauf – gerade bei jungen Musikfans –, damit ein Service wie ntry auch ökonomisch Sinn macht.
Am 9. Mai wird ntry mit einem Konzert von Who Made Who offiziell eingeweiht, Karten werden exklusiv über ntry verschenkt, und zwar über: https://ntry.at/hi
Indie-CEO Hannes Tschürtz hat Stefan Niederwieser von The Gap Fragen zu nrty beantwortet. [Mehr →]
focus Musik, die Dritte: The Gap stellte Christina Nemec Fragen zur Diskursplattform “comfortzone post” und zum Aufbau eines internationalen Vertriebssystems
Die Musik ist im Umbruch. comfortzone stellt sich mit einem internationalen Vertriebssystem und einem diskursiven Newsletter auf die Veränderung ein. Das Projekt erhielt von departure eine Förderzusage.
Seit 2009 besteht das Label comfortzone und versucht seitdem, feministische und queere Positionen in der elektronischen Musikszene zu vertreten und eine Plattform dafür zu geben. Der stilistische Rahmen bleibt dabei eher undogmatisch, sodass Stücke der Klangforschung bis hin zu Clubsounds auf den bisherigen Platten zu finden sind.
Mit der departure-Förderung soll der Aufbau eines internationalen Vertriebssystems bzw. der Vertrieb über Trost gestärkt werden. Außerdem wird ein zweimal jährlich erscheinender englischsprachiger Newsletter ins Leben gerufen, der Raum für Diskurs schaffen und den klassischen Promotext damit ablösen soll. Dieser diskursive Impuls ist laut Mitbegründerin Christina Nemec als Reaktion auf die Verlagerung des Musikmarktes ins Internet zu verstehen. Der Newsletter soll in Zusammenarbeit mit namhaften Musikjournalisten und Journalistinnen entstehen und relevanten Magazinen beigelegt werden.
Christina Nemec oder Chra, wie ihr musikalisches Alter Ego lautet, hat dazu ein paar Fragen beantwortet. [Mehr →]
Die Visualistin LIA im departure-Interview über “Trial-and-Error” als Stil, Pixel als Bauteile und die psychologischen Experimente Wolfgang Köhlers
Du arbeitest schon seit den frühen 1990er Jahren im Bereich der digitalen Kunst, seit 2000 beschäftigst Du Dich auch mit Live-Visuals. So siehst Du Dich selbst einerseits als Künstlerin der „old school“ und gleichzeitig als Teil der avantgardistischen Live-Visualisierungsszene. Ist es nun mehr Spagat zwischen den beiden Szenen oder eine befruchtende Auseinandersetzung?
Ich sehe die Entwicklung meiner Arbeit prinzipiell sehr linear. Mitte der 90er Jahre war sowohl die Geschwindigkeit der Computer als auch die Screengröße (Monitor-Auflösung) sehr begrenzt. Mit der stückweisen Aufhebung dieser Begrenzungen haben sich mir immer mehr Möglichkeiten erschlossen, und so konnte ich im Jahr 2000 beginnen, mir meine eigenen Tools zur Visualisierung von Musik/Sound zu programmieren. Es gab zu dieser Zeit auch schon (wenig) vorgefertigte Software, die erlaubt hat, Videos zu mischen oder in Echtzeit zu bearbeiten bzw. Bildabfolgen live zu komponieren. Aber für mich war es wesentlich interessanter, die von mir bis dahin erzeugten interaktiven Arbeiten mittels Live-Soundinput auf eine andere Ebene zu bringen. Ich fand vorgefertigte Software einfach zu limitierend. Dadurch, dass ich selbst sowohl digitale Kunst als auch meine Live-Visualisierungs-Tools selbst programmiere, gibt es natürlich Überschneidungen zwischen diesen beiden Formen.
Christian Fennesz und Lillevan im ARD-Gespräch über “Das EINE Ding, das auf der Bühne passiert …”
Der Ausnahme-Elektroniker Christian Fennesz interpretierte in einer einmaligen Performance gemeinsam mit dem Animations-, Video und Medienkünstler Lillevan das Werk Mahlers für das “lied lab 2011: gustav mahler festival” neu. Die Polarität zwischen klassischer Harmonie und Avantgarde, Mahler-Samples und eigens eingespieltem Material sollte den Geist Mahlers spüren lassen.
Fennesz verwendet Material von Mahler und versucht, es in seine eigene Klangwelt einzubauen.
Lillevan vergleicht die Einzigartigkeit der entstandenen Performance – eine Art Live-Collage – mit dem Auftritt mehrerer Jazz-Musiker: „Die haben keine Kabel, die sind nicht synchronisiert miteinander. Sie hören einander zu, sie treten in Dialog und sie spielen. Bei manchen ist es Saxophon und Trompete, bei uns ist es elektronische Musik und elektronisches bewegtes Bild“.
Entstanden ist gemeinsam mit Lillevan eine eigene Komposition aus Ton und Bild. Lillevan, der sich in diesem Projekt und der Zusammenarbeit mit Fennesz auf pure Textur und Lichtintensität konzentriert, verzichtet gänzlich auf Figuratives oder Narratives. [Mehr →]
“Blau ist die Farbe Deines gelben Haares…” Die Visualistin annablume im departure-Interview
“Unwesentlich weniger abstrakte Motive arrangiert die Visualistin annablume zu den Rückert-Liedern rhythmisch so faszinierend sensibel und bis auf die Achtelnote genau, dass im verdunkelten Raum die Synästhesie auch das Ohr neu erweckt.”
(Michael Stallknecht in seiner Rezension über das Seherlebnis, das annablumes Visualisierung von Gustav Mahlers “Rückert-Liedern” auf der “Gustav Mahler Collector’s Edition” bietet. Die Rezension dieser 7-DVD-Box erschien am 13.1.2012 in der Süddeutschen Zeitung.)
Woher kam die Inspiration zu Deinem Pseudonym „annablume“? [Mehr →]
Das Visualisten-Kollektiv LWZ im Interview mit Heinz Wolf: „Wie wenn man einen einzigen, tiefen Schacht durch ein rätselhaftes Bauwerk graben würde“
LWZ sind Flo Gläser, Martin Lorenz, Peter Mayer, Stefan Salcher, Tobias Schererbauer, Michael Seiser, Gabriel Schönangerer, Markus Wagner und Markus Wipplinger. Das Visualisten-Kollektiv widmet sich in seiner aktuellsten Arbeit dem Liedschaffen Gustav Mahlers und beruft sich dabei auf Sigmund Freud.
Vor kurzem ist die von departure produzierte „Gustav Mahler Lied Collector’s Edition“ erschienen, eine siebenteilige DVD-Box mit Visualisierungen zu Mahlers Liedschaffen. Ihr seid mit einer visuellen Arbeit zum Liedzyklus „Des Knaben Wunderhorn“ vertreten, die auch im Rahmen des lied lab 2011 im ORF RadioKulturhaus live präsentiert wurde.
Eure musikalische Sozialisation fußt im Hardcore der 1990er Jahre, zudem seid ihr in der Wiener Clubkultur verankert und wagt jetzt einen Ausflug in die Klassik. Wie sehr unterscheiden sich da eure Zugänge, Methoden und vor allem die Ergebnisse? [Mehr →]
Lust, Tod, Leiden, Liebe: The Gap über die kürzlich erschienene “Gustav Mahler Lied Collector’s Edition”
Der österreichische Soundpionier Fennesz begibt sich mit dem Berliner Videokünstler Lillevan auf die Suche nach Mahlers Melancholie. Die Spur endet in einem Remix, der Reminiszenz und Symbiose zugleich ist.
Visualistin Victoria Coeln über Lichträume, Mathematik und den Stephansdom als Off-Space
Du hast an der Akademie der bildenden Künste studiert – parallel Mathematik. Die Frage liegt nun nahe, wie Du zur Visualisierung gestoßen bist?
Meine Leidenschaft für Farbe und die Liebe zur Mathematik haben mich direkt zur Arbeit mit Licht geführt. Das Aufbauen von Lichträumen erfordert vielschichtiges Denken, das besonders gut in der Mathematik trainiert wird. Lichträume, Chromotope, bilden die Basis meiner Arbeit und natürlich auch meiner Visualisierungen, die ja im Grunde nichts anderes als gespeichertes Licht sind. Auf Einladung von Barbara Wally hatte ich Elfriede Jelineks, Olga Neuwirths und VALIE EXPORTs Farbschatten in speziell für die Begegnung der drei Damen konzipierten Lichträumen fotografiert. Die Serien wurden im ACF New York (Austrian Cultural Forum) in deren Gruppenausstellung gezeigt. Ich hatte das Glück, daraufhin von Christoph Thun-Hohenstein, dem damaligen Leiter des ACF, zu den ersten Visualisierungen – Festival Mostly Operetta – eingeladen zu werden. Dieses Format war für mich sofort extrem spannend und ist es heute immer noch!
Visualisten-Duo Luma.Launisch im departure-Interview anlässlich der Verleihung des Content Award
Herzliche Gratulation zum Gewinn des Content Award in der Kategorie Visuals! Wir sind neugierig: Was macht ihr mit der Gewinnsumme von 5.000 Euro?
Herzlichen Dank! Wir wurden mit der Auszeichnung vollkommen überrascht. Als wir die anderen wirklich sehr starken Einreichungen gesehen haben, hätten wir nie gedacht, den Award zu gewinnen. Jetzt sind wir natürlich doppelt happy. Das Preisgeld ist quasi schon ausgegeben: wir investieren in eine neue Kamera und Objektive und ins nächste Projekt.
Innenweltkosmos, Live-Show, Foto: Claudio Farkasch
Der Gewinnerbeitrag „Innenweltkosmos“ wurde auf der diesjährigen Eröffnung des sound:frame Festivals erstmalig gezeigt. Ist die gezeigte Bühnenschau ein integraler Bestandteil von „Innenweltkosmos“? [Mehr →]
LUMA.LAUNISCH haben den Content Award in der Kategorie “Visuals” gewonnen!
Bereits zum dritten Mal wurde heuer von der ZIT der „Content Award Vienna“ ausgelobt, um die lokale Medienwirtschaft und Kreativszene zu stärken. Im Rahmen der Content Award Night wurden gestern Preise in der Höhe von insgesamt 40.000 Euro in den Kategorien Games, animierte Shorts, mobile Applikationen, animierte Characters, Visuals sowie der Publikumspreis/Open Category feierlich verliehen. Der Content Award Vienna richtet sich an ProduzentInnen medialer Inhalte, die ihre Formate wirtschaftlich verwerten und sich dazu mit neuen Geschäftsmodellen im digitalen Zeitalter auseinandersetzen. Die mit internationalen ExpertInnen besetzte Jury wählte die besten Projekte aus. Wir gratulieren LUMA.LAUNSCH zum Gewinn von 5.000 Euro in der Kategorie “Visuals” und ebenso jenen in dieser Kategorie Nominierten!
GewinnerInnen aller Kategorien unter www.contentaward.at
Gewinner in der Kategorie “Visuals”: LUMA.LAUNISCH mit “Innenweltkosmos”
www.lumalaunisch.com
Gesamtshow: 60 min // Trailer: 3’30
Die Jury hat die Entscheidung wie folgt begründet: Bei „Innenweltkosmos“ beeindruckt das Gesamtkonzept: das herausragende Zusammenspiel von Musik und Visuals, Bühnen-Outfit und immersivem Bühnen-Setup. Diese Produktion beweist einmal mehr, dass die Summe mehr ist, als die einzelnen Teile. Es ist zudem ein innovatives Konzept-Album entstanden, das im Club präsentiert wird. „Innenweltkosmos“ bietet sich für die weitere mediale Verwertung an. [Mehr →]







