Die Visualistin LIA im departure-Interview über “Trial-and-Error” als Stil, Pixel als Bauteile und die psychologischen Experimente Wolfgang Köhlers
Du arbeitest schon seit den frühen 1990er Jahren im Bereich der digitalen Kunst, seit 2000 beschäftigst Du Dich auch mit Live-Visuals. So siehst Du Dich selbst einerseits als Künstlerin der „old school“ und gleichzeitig als Teil der avantgardistischen Live-Visualisierungsszene. Ist es nun mehr Spagat zwischen den beiden Szenen oder eine befruchtende Auseinandersetzung?
Ich sehe die Entwicklung meiner Arbeit prinzipiell sehr linear. Mitte der 90er Jahre war sowohl die Geschwindigkeit der Computer als auch die Screengröße (Monitor-Auflösung) sehr begrenzt. Mit der stückweisen Aufhebung dieser Begrenzungen haben sich mir immer mehr Möglichkeiten erschlossen, und so konnte ich im Jahr 2000 beginnen, mir meine eigenen Tools zur Visualisierung von Musik/Sound zu programmieren. Es gab zu dieser Zeit auch schon (wenig) vorgefertigte Software, die erlaubt hat, Videos zu mischen oder in Echtzeit zu bearbeiten bzw. Bildabfolgen live zu komponieren. Aber für mich war es wesentlich interessanter, die von mir bis dahin erzeugten interaktiven Arbeiten mittels Live-Soundinput auf eine andere Ebene zu bringen. Ich fand vorgefertigte Software einfach zu limitierend. Dadurch, dass ich selbst sowohl digitale Kunst als auch meine Live-Visualisierungs-Tools selbst programmiere, gibt es natürlich Überschneidungen zwischen diesen beiden Formen.
Christian Fennesz und Lillevan im ARD-Gespräch über “Das EINE Ding, das auf der Bühne passiert …”
Der Ausnahme-Elektroniker Christian Fennesz interpretierte in einer einmaligen Performance gemeinsam mit dem Animations-, Video und Medienkünstler Lillevan das Werk Mahlers für das “lied lab 2011: gustav mahler festival” neu. Die Polarität zwischen klassischer Harmonie und Avantgarde, Mahler-Samples und eigens eingespieltem Material sollte den Geist Mahlers spüren lassen.
Fennesz verwendet Material von Mahler und versucht, es in seine eigene Klangwelt einzubauen.
Lillevan vergleicht die Einzigartigkeit der entstandenen Performance – eine Art Live-Collage – mit dem Auftritt mehrerer Jazz-Musiker: „Die haben keine Kabel, die sind nicht synchronisiert miteinander. Sie hören einander zu, sie treten in Dialog und sie spielen. Bei manchen ist es Saxophon und Trompete, bei uns ist es elektronische Musik und elektronisches bewegtes Bild“.
Entstanden ist gemeinsam mit Lillevan eine eigene Komposition aus Ton und Bild. Lillevan, der sich in diesem Projekt und der Zusammenarbeit mit Fennesz auf pure Textur und Lichtintensität konzentriert, verzichtet gänzlich auf Figuratives oder Narratives. [Mehr →]
Zum Nach-Schauen: Ein Beitrag in der ORF-Sendung a.viso zur DVD-Box “Gustav Mahler Lied Collector’s Edition”
“Holde Lied-Kunst trifft Zeitgeist: Mit den Liedern Gustav Mahlers befasst sich ein spannendes Experiment von der Kreativagentur departure: Zu Aufnahmen renommierter Lied-Interpreten haben Künstler, die sonst eher der Elektronik-Szene zugerechnet werden, so genannte visuals gestaltet: erst für das Lied.lab – Konzertabende im Wiener Radio-Kulturhaus – jetzt sind die Visualisierungen auf sieben DVDs erschienen – in der Sammelbox “Gustav Mahler Lied Collector’s Edition”. Ein Gesamtkunstwerk, das neue Publikumsschichten für die Kunstform Lied begeistern und Einblicke in die Kreationen unterschiedlicher Visualisten bieten soll.” (Text: a.viso)
Es weckt das Lied die Liebe!
Wolfgang Holzmaier, musikalischer Kurator des „lied lab 2011: gustav mahler festival“ [Mehr →]
“Klassik im richtigen Ambiente funktioniert genauso für uns wie ein Rockkonzert” – das Visualistenduo Valence im Gespräch mit departure
Das Visualistenduo Valence – Michael Zagorski und Markus Raffelsberger – übersetzte die “Frühen Lieder”, “Lieder eines fahrenden Gesellen”, “Kindertotenlieder” und “Rückert Lieder” aus dem Liedwerk Gustav Mahlers für die DVD-Edition “Gustav Mahler Lied Collector’s Edition” in ihre Bildsprache. Michael Stallknecht hebt in seiner Rezension der DVD-Edition in der Süddeutschen Zeitun gdie Arbeit in der beiden insbesondere bei der Umsetzung der “Kindertotenlieder” hervor: [...] “Doch seine Berechtigung beweist das Experiment am heikelsten Punkt: bei der Umsetzung der „Kindertotenlieder“ durch das Künstlerduo Valence. Rund um schwarze Umrisse einer weiblichen Gestalt flackern da Kratzspuren, Lichtflecke, Bildnegative, die Ahnung einer Berglandschaft vorüber, wackelnd wie ein alter Film und pulsierend wie ein Wimpernschlag. Das vermittelt unmittelbar die verstörende Atmosphäre der Lieder: eine Erinnerung, die so schmerzhaft ist, dass sie kaum an die Oberfläche will.”
Im Interview mit departure erzählen die beiden von ihrer Arbeit und dem Neuland der Visualisierung von klassischer Musik und Literatur.
Wer ist „Valence“ und was steckt dahinter?
Valence ist ein Designstudio mit den Schwerpunkten Grafik, Illustration und Motion Graphics. Das Studio wurde 2005 von Michael Zagorski und Markus Raffelsberger gegründet.
Valence erzählt fantastische, visuelle Geschichten mit einer einzigartigen markanten Ästhetik und einem hohen Wiedererkennungswert. Veröffentlichungen in den international renommierten Designbüchern „Illusive“ und „Freistil:Black“ zeigen die unverwechselbare Ausdruckskraft der grafischen Arbeiten. Sie stimulieren sowohl Auge als auch Fantasie, sind geradlinig und komplex, filigran und großflächig, von Musik, Mode und urbanem Lebensstil inspirierte hybride Mischungen aus digitalen und analogen Techniken. Das Resultat ist eine große Bandbreite an Kunden aus Musik, Werbung, Kunst und Kultur. [Mehr →]
“Blau ist die Farbe Deines gelben Haares…” Die Visualistin annablume im departure-Interview
“Unwesentlich weniger abstrakte Motive arrangiert die Visualistin annablume zu den Rückert-Liedern rhythmisch so faszinierend sensibel und bis auf die Achtelnote genau, dass im verdunkelten Raum die Synästhesie auch das Ohr neu erweckt.”
(Michael Stallknecht in seiner Rezension über das Seherlebnis, das annablumes Visualisierung von Gustav Mahlers “Rückert-Liedern” auf der “Gustav Mahler Collector’s Edition” bietet. Die Rezension dieser 7-DVD-Box erschien am 13.1.2012 in der Süddeutschen Zeitung.)
Woher kam die Inspiration zu Deinem Pseudonym „annablume“? [Mehr →]
Das Visualisten-Kollektiv LWZ im Interview mit Heinz Wolf: „Wie wenn man einen einzigen, tiefen Schacht durch ein rätselhaftes Bauwerk graben würde“
LWZ sind Flo Gläser, Martin Lorenz, Peter Mayer, Stefan Salcher, Tobias Schererbauer, Michael Seiser, Gabriel Schönangerer, Markus Wagner und Markus Wipplinger. Das Visualisten-Kollektiv widmet sich in seiner aktuellsten Arbeit dem Liedschaffen Gustav Mahlers und beruft sich dabei auf Sigmund Freud.
Vor kurzem ist die von departure produzierte „Gustav Mahler Lied Collector’s Edition“ erschienen, eine siebenteilige DVD-Box mit Visualisierungen zu Mahlers Liedschaffen. Ihr seid mit einer visuellen Arbeit zum Liedzyklus „Des Knaben Wunderhorn“ vertreten, die auch im Rahmen des lied lab 2011 im ORF RadioKulturhaus live präsentiert wurde.
Eure musikalische Sozialisation fußt im Hardcore der 1990er Jahre, zudem seid ihr in der Wiener Clubkultur verankert und wagt jetzt einen Ausflug in die Klassik. Wie sehr unterscheiden sich da eure Zugänge, Methoden und vor allem die Ergebnisse? [Mehr →]
Lust, Tod, Leiden, Liebe: The Gap über die kürzlich erschienene “Gustav Mahler Lied Collector’s Edition”
Der österreichische Soundpionier Fennesz begibt sich mit dem Berliner Videokünstler Lillevan auf die Suche nach Mahlers Melancholie. Die Spur endet in einem Remix, der Reminiszenz und Symbiose zugleich ist.
Visualistin Victoria Coeln über Lichträume, Mathematik und den Stephansdom als Off-Space
Du hast an der Akademie der bildenden Künste studiert – parallel Mathematik. Die Frage liegt nun nahe, wie Du zur Visualisierung gestoßen bist?
Meine Leidenschaft für Farbe und die Liebe zur Mathematik haben mich direkt zur Arbeit mit Licht geführt. Das Aufbauen von Lichträumen erfordert vielschichtiges Denken, das besonders gut in der Mathematik trainiert wird. Lichträume, Chromotope, bilden die Basis meiner Arbeit und natürlich auch meiner Visualisierungen, die ja im Grunde nichts anderes als gespeichertes Licht sind. Auf Einladung von Barbara Wally hatte ich Elfriede Jelineks, Olga Neuwirths und VALIE EXPORTs Farbschatten in speziell für die Begegnung der drei Damen konzipierten Lichträumen fotografiert. Die Serien wurden im ACF New York (Austrian Cultural Forum) in deren Gruppenausstellung gezeigt. Ich hatte das Glück, daraufhin von Christoph Thun-Hohenstein, dem damaligen Leiter des ACF, zu den ersten Visualisierungen – Festival Mostly Operetta – eingeladen zu werden. Dieses Format war für mich sofort extrem spannend und ist es heute immer noch!
Visualisten-Duo Luma.Launisch im departure-Interview anlässlich der Verleihung des Content Award
Herzliche Gratulation zum Gewinn des Content Award in der Kategorie Visuals! Wir sind neugierig: Was macht ihr mit der Gewinnsumme von 5.000 Euro?
Herzlichen Dank! Wir wurden mit der Auszeichnung vollkommen überrascht. Als wir die anderen wirklich sehr starken Einreichungen gesehen haben, hätten wir nie gedacht, den Award zu gewinnen. Jetzt sind wir natürlich doppelt happy. Das Preisgeld ist quasi schon ausgegeben: wir investieren in eine neue Kamera und Objektive und ins nächste Projekt.
Innenweltkosmos, Live-Show, Foto: Claudio Farkasch
Der Gewinnerbeitrag „Innenweltkosmos“ wurde auf der diesjährigen Eröffnung des sound:frame Festivals erstmalig gezeigt. Ist die gezeigte Bühnenschau ein integraler Bestandteil von „Innenweltkosmos“? [Mehr →]
LUMA.LAUNISCH haben den Content Award in der Kategorie “Visuals” gewonnen!
Bereits zum dritten Mal wurde heuer von der ZIT der „Content Award Vienna“ ausgelobt, um die lokale Medienwirtschaft und Kreativszene zu stärken. Im Rahmen der Content Award Night wurden gestern Preise in der Höhe von insgesamt 40.000 Euro in den Kategorien Games, animierte Shorts, mobile Applikationen, animierte Characters, Visuals sowie der Publikumspreis/Open Category feierlich verliehen. Der Content Award Vienna richtet sich an ProduzentInnen medialer Inhalte, die ihre Formate wirtschaftlich verwerten und sich dazu mit neuen Geschäftsmodellen im digitalen Zeitalter auseinandersetzen. Die mit internationalen ExpertInnen besetzte Jury wählte die besten Projekte aus. Wir gratulieren LUMA.LAUNSCH zum Gewinn von 5.000 Euro in der Kategorie “Visuals” und ebenso jenen in dieser Kategorie Nominierten!
GewinnerInnen aller Kategorien unter www.contentaward.at
Gewinner in der Kategorie “Visuals”: LUMA.LAUNISCH mit “Innenweltkosmos”
www.lumalaunisch.com
Gesamtshow: 60 min // Trailer: 3’30
Die Jury hat die Entscheidung wie folgt begründet: Bei „Innenweltkosmos“ beeindruckt das Gesamtkonzept: das herausragende Zusammenspiel von Musik und Visuals, Bühnen-Outfit und immersivem Bühnen-Setup. Diese Produktion beweist einmal mehr, dass die Summe mehr ist, als die einzelnen Teile. Es ist zudem ein innovatives Konzept-Album entstanden, das im Club präsentiert wird. „Innenweltkosmos“ bietet sich für die weitere mediale Verwertung an. [Mehr →]







