Zum Nach-Schauen: Ein Beitrag in der ORF-Sendung a.viso zur DVD-Box “Gustav Mahler Lied Collector’s Edition”
“Holde Lied-Kunst trifft Zeitgeist: Mit den Liedern Gustav Mahlers befasst sich ein spannendes Experiment von der Kreativagentur departure: Zu Aufnahmen renommierter Lied-Interpreten haben Künstler, die sonst eher der Elektronik-Szene zugerechnet werden, so genannte visuals gestaltet: erst für das Lied.lab – Konzertabende im Wiener Radio-Kulturhaus – jetzt sind die Visualisierungen auf sieben DVDs erschienen – in der Sammelbox “Gustav Mahler Lied Collector’s Edition”. Ein Gesamtkunstwerk, das neue Publikumsschichten für die Kunstform Lied begeistern und Einblicke in die Kreationen unterschiedlicher Visualisten bieten soll.” (Text: a.viso)
Es weckt das Lied die Liebe!
Wolfgang Holzmaier, musikalischer Kurator des „lied lab 2011: gustav mahler festival“ [Mehr →]
“Klassik im richtigen Ambiente funktioniert genauso für uns wie ein Rockkonzert” – das Visualistenduo Valence im Gespräch mit departure
Das Visualistenduo Valence – Michael Zagorski und Markus Raffelsberger – übersetzte die “Frühen Lieder”, “Lieder eines fahrenden Gesellen”, “Kindertotenlieder” und “Rückert Lieder” aus dem Liedwerk Gustav Mahlers für die DVD-Edition “Gustav Mahler Lied Collector’s Edition” in ihre Bildsprache. Michael Stallknecht hebt in seiner Rezension der DVD-Edition in der Süddeutschen Zeitun gdie Arbeit in der beiden insbesondere bei der Umsetzung der “Kindertotenlieder” hervor: [...] “Doch seine Berechtigung beweist das Experiment am heikelsten Punkt: bei der Umsetzung der „Kindertotenlieder“ durch das Künstlerduo Valence. Rund um schwarze Umrisse einer weiblichen Gestalt flackern da Kratzspuren, Lichtflecke, Bildnegative, die Ahnung einer Berglandschaft vorüber, wackelnd wie ein alter Film und pulsierend wie ein Wimpernschlag. Das vermittelt unmittelbar die verstörende Atmosphäre der Lieder: eine Erinnerung, die so schmerzhaft ist, dass sie kaum an die Oberfläche will.”
Im Interview mit departure erzählen die beiden von ihrer Arbeit und dem Neuland der Visualisierung von klassischer Musik und Literatur.
Wer ist „Valence“ und was steckt dahinter?
Valence ist ein Designstudio mit den Schwerpunkten Grafik, Illustration und Motion Graphics. Das Studio wurde 2005 von Michael Zagorski und Markus Raffelsberger gegründet.
Valence erzählt fantastische, visuelle Geschichten mit einer einzigartigen markanten Ästhetik und einem hohen Wiedererkennungswert. Veröffentlichungen in den international renommierten Designbüchern „Illusive“ und „Freistil:Black“ zeigen die unverwechselbare Ausdruckskraft der grafischen Arbeiten. Sie stimulieren sowohl Auge als auch Fantasie, sind geradlinig und komplex, filigran und großflächig, von Musik, Mode und urbanem Lebensstil inspirierte hybride Mischungen aus digitalen und analogen Techniken. Das Resultat ist eine große Bandbreite an Kunden aus Musik, Werbung, Kunst und Kultur. [Mehr →]
Als die Lieder laufen lernten … Eine Rezension der DVD-Edition “Gustav Mahler Lied Collector’s Edition” von Michael Stallknecht in der Süddeutschen Zeitung
Eine DVD-Box versucht sich im Crossover von Klassik und Videokunst
Liedsänger, scherzte die legendäre Musikparodistin Anna Russell einmal, beurteile man wie Käsesorten: „Je älter und verfaulter sie sind, desto besser.“ Keine andere Form ist in ihrem Habitus so eng mit dem Bildungsbürgertum verknüpft wie das klassische Kunstlied. Je mehr die Schicht schwindet, die den Lyrikkanon zwischen Goethe, Mörike und Altenberg pflegt, desto eher verschließt sich auch der Zugang zu den entsprechenden Vertonungen von Schubert, Wolf und Berg. Hinzu kommt, dass die meisten Konzertsäle zu groß sind für die Intimität des Genres und das Publikum zu klein, das Sänger unterhalb der absoluten Topliga zu schätzen weiß. Dass sich nichts so schlecht verkaufe wie Liederabende – darüber lamentieren Konzertveranstalter seit Jahren.
Walter Gröbchen aus aktuellem Anlass: Jobs & Wir
„Der Tod ist die beste Erfindung des Lebens“. Dieser Gedanke ist, bei aller Tragik des auslösenden Impulses, Musik in meinen Ohren. Denn der Tod, der Abschied, das Hinter-sich-Lassen ist ein Produktivfaktor. Krise ist, wie Antonio Gramsci postulierte, „wenn das Alte stirbt und das Neue nicht geboren werden kann“. Und wir alle stecken tief in der Krise. Und müssen irgendwie herausfinden. Nur einer nicht (mehr), meint WALTER GRÖBCHEN. [Mehr →]






