focus Musik, die Siebte: Siluh Kickoff Europe schafft für Labels und Bands auch außerhalb der heimischen Grenzen ein Netzwerk. Wie das geht, erfährt Stefan Niederwieser im Interview mit Bernhard Kern.
Die Musik ist im Umbruch. Das Siluh Kickoff Europe stellt sich mit einer systematischen Internationalisierung von Services für Bands auf die Veränderung ein. Das Projekt erhielt von departure eine Förderzusage.
Siluh betreut derzeit Dust Covered Carpet und M185, obwohl sie nicht auf Siluh veröffentlichen. Das macht für diese Bands Sinn, weil das Label bereits eine Reihe von internationalen Kontakten aufgebaut hat, die – so die Überlegung – nicht für jede Band aus Österreich neu geknüpft werden müssen. Diese Kontakte bestehen in verschiedensten Bereichen: vom Vertrieb der Musik über Booking-Agenten, die Möglichkeit Showcase-Gigs auf wichtigen Festivals oder Konferenzen zu bekommen oder auch einen Promotion Plan für andere Ländereien zu machen. Man hat also ganz schön viel Wissen gesammelt, das man auch anderen zur Verfügung stellen will. Gegen einen kleinen Obolus versteht sich. Damit wird Siluh zu einer Art Beratungsagentur, Consulting könnte man sagen – auch wenn das die Macher des Siluh Kickoff Europe nie sagen würden.
Mittelfristig soll dieses Programm auch für internationale Bands offen stehen. Oder für andere Labels. Dabei ist es für Siluh Kickoff Europe essenziell in anderen Ländern verlässliche Partner zu finden – „wo verlässlich Mails beantwortet werden“, wie das Bernhard Kern am Telefon treffend formuliert. In Spanien und Benelux würde das schon sehr gut funktionieren. Frankreich und Deutschland sind dabei vorerst die wichtigeren Ziele als Großbritannien.
Stefan Niederwieser von The Gap hat Bernhard Kern zu Siluh Kickoff Europe interviewt. [Mehr →]
focus Musik, die Sechste: Wie sich das mobile Ticketing-Service “ntry” am dichten Ticketing-Business breit machen will, erfragt Stefan Niederwieser von Hannes Tschürtz
Die Musik ist im Umbruch. Das ntry stellt sich mit einem mobilen Konzert-Ticket Service auf die Veränderung ein. Das Projekt erhielt von departure eine Förderzusage.
ntry will sich am dichten Ticketing-Business breit machen. Das wird derzeit eigentlich von ein paar großen Konzernen besetzt. Und deren Geschäft läuft gut, der Event-Sektor war lange der Wachstumstreiber und Hoffnungsanker der Musikindustrie. Vielleicht lief das Geschäft sogar so gut, dass verschiedene Services wie Ö-Ticket oder Wien Ticket es bisher verschlafen haben, Apps für den einfachen Ticketkauf für unterwegs zu veröffentlichen. Auch Skalar Music hat bisher keine App für Tickets – die Agentur veranstaltet immerhin Festivals wie das FM4 Frequency oder das Nova Rock. Diese Festival-Schwergewichte liegen aber einstweilen ebenso wie Konzerte in der Stadthalle für ntry ohnehin außer Reichweite. Bei ntry soll es die Masse an kleineren Konzerten richten.
Über die Jahre haben die Macher hinter ntry mit Ink Music bereits reichlich Erfahrungen im Event-Bereich gesammelt, die Booker wissen, welche Festivals und Locations verlässliche Partner sind, Bands können immer wieder im Feldversuch sehen, wie das Service läuft. Und man kann damit auch bestimmen, falls Tickets exklusiv über ntry verfügbar sein sollen. Vor allem aber war der Schritt zum mobilen Ticketing-Service fast überfällig. In anderen Ländern gibt es bereits eine Reihe von solchen Apps, in Österreich sind mittlerweile auch genügend Smartphones im Umlauf – gerade bei jungen Musikfans –, damit ein Service wie ntry auch ökonomisch Sinn macht.
Am 9. Mai wird ntry mit einem Konzert von Who Made Who offiziell eingeweiht, Karten werden exklusiv über ntry verschenkt, und zwar über: https://ntry.at/hi
Indie-CEO Hannes Tschürtz hat Stefan Niederwieser von The Gap Fragen zu nrty beantwortet. [Mehr →]
focus Musik, die Fünfte: PhonicScore verwandelt den Tablet-Coputer in ein digitales Notenpult. Was dahinter steckt, erzählt Matthias Uiberacker Anna Hoffer von The Gap
PhonicScore ist eine neuartige Software zur Darstellung von Partituren, die Tablet-Computer zu einem digitalen Notenpult macht und einem obendrein das Umblättern abnimmt. departure fördert die Weiterentwicklung des Programms.
Mit der Entwicklung von PhonicScore bietet die seit 2011 bestehende OG yellow8 eine innovative Form der Notendarstellung. Digitalisierte Partituren werden zunächst auf einen Tablet-Computer geladen und mithilfe der Software die von den Musikerinnen und Musikern gespielten Töne analysiert. Die aktuelle Position im gespielten Stück wird angezeigt und es wird automatisch umgeblättert bzw. weitergescrollt und die Genauigkeit der gespielten Töne dargestellt, ferner kann es als Stimmgerät genutzt werden. Im Laufe der nächsten Wochen wird der Prototyp vergeben und auf seine Praxistauglichkeit getestet. Mit der von departure bereitgestellten Fördersumme arbeiten die drei Entwickler Florian Kruse, Oliver Hörbinger und Matthias Uiberacker an der Verbesserung des Echtzeitalgorithmus zur Notenerkennung und an der Erweiterung bzw. Verbesserung einer Orchesterversion. 2013 soll diese auf den Markt kommen.
Matthias Uiberacker, der bei der Entwicklung unter anderem für den musikalischen Input sorgte, gab dazu ein Interview. [Mehr →]
focus Musik, die Vierte: Stefan Niederwieser und Thomas Heher im Gespräch über das wavesnet – eine europäische Vernetzungsplattform
Die Musik ist im Umbruch. Das wavesnet stellt sich mit einer europäischen Vernetzungsplattform und einem Tool zur Organisation von mittleren bis großen Events auf die Veränderung ein. Das Projekt erhielt von departure eine Förderzusage.
Hinter dem wavesnet stehen die Macher des Waves Vienna Festivals, das 2011 erstmals stattfand. Einige zentrale Ansätze des Festivals werden mit dieser Plattform weitergedacht. Denn ein Festival mit dem Schwerpunkt West-Ost-Vernetzung schreit förmlich nach einfachen Standards für Austausch und Vernetzung. Wenn eine Band aus Serbien oder ein Partnerfestival beim wavesnet mitmachen, sollen sie etwas Erwartbares dafür bekommen. Bands aus Westeuropa berichten umgekehrt von beeindruckenden Live-Erfahrungen beim Touren, aber fehlenden Strukturen in Osteuropa. wavesnet will diesen gegenseitigen Kulturtransfer auf eine regelmäßige und planbare Basis stellen. Denn obwohl der Eiserne Vorhang schon mehr als zwanzig Jahre gefallen ist, sind Tourstopps in Budapest, Warschau und Bukarest in den Kalendern großer Bands noch exotische Ausnahmen. Davon sollen mittelfristig dann auch Musiker und Künstler aus Österreich etwas haben – so zumindest die Vorstellung der Projektmacher des wavesnet.
wavesnet ist ein Projekt der Monopol Medien GmbH, die auch Eigentümerin von The Gap ist.
Stefan Niederwieser von The Gap hat Festivaldirektor Thomas Heher zum Launch von wavesnet befragt. [Mehr →]
focus Musik, die Dritte: The Gap stellte Christina Nemec Fragen zur Diskursplattform “comfortzone post” und zum Aufbau eines internationalen Vertriebssystems
Die Musik ist im Umbruch. comfortzone stellt sich mit einem internationalen Vertriebssystem und einem diskursiven Newsletter auf die Veränderung ein. Das Projekt erhielt von departure eine Förderzusage.
Seit 2009 besteht das Label comfortzone und versucht seitdem, feministische und queere Positionen in der elektronischen Musikszene zu vertreten und eine Plattform dafür zu geben. Der stilistische Rahmen bleibt dabei eher undogmatisch, sodass Stücke der Klangforschung bis hin zu Clubsounds auf den bisherigen Platten zu finden sind.
Mit der departure-Förderung soll der Aufbau eines internationalen Vertriebssystems bzw. der Vertrieb über Trost gestärkt werden. Außerdem wird ein zweimal jährlich erscheinender englischsprachiger Newsletter ins Leben gerufen, der Raum für Diskurs schaffen und den klassischen Promotext damit ablösen soll. Dieser diskursive Impuls ist laut Mitbegründerin Christina Nemec als Reaktion auf die Verlagerung des Musikmarktes ins Internet zu verstehen. Der Newsletter soll in Zusammenarbeit mit namhaften Musikjournalisten und Journalistinnen entstehen und relevanten Magazinen beigelegt werden.
Christina Nemec oder Chra, wie ihr musikalisches Alter Ego lautet, hat dazu ein paar Fragen beantwortet. [Mehr →]
focus Musik, die Zweite: Und welche Technik steckt nun hinter dem neuen High-End-Keyboard von FL Keys? Fritz Lachnit antwortet im The Gap-Interview
Die Musik ist im Umbruch. FL Keys entwickelt eine völlig neuartige Tastenmechanik für Keyboards. Das Projekt erhielt von departure eine Förderzusage.
Friedrich Lachnit, seines Zeichens langjähriger Entwicklungsleiter der Abteilung Klavierelektronik bei Bösendorfer und ausgebildeter Klavier- und Tontechniker, gründete 2011 sein eigenes Unternehmen mit dem Fokus auf die Herstellung von High-End-Keyboards. Seitdem hat FL Keys die Entwicklung einer speziellen lichtleiterbasierten, gummikontaktlosen Tastensensorik zu verbuchen, welche dem Spielgefühl und der Anschlagdynamik eines Konzertflügels sehr nahe kommt. Dabei wird die Anschlagstärke der Tasten aus einer Geschwindigkeitsmessung der frei fliegenden Hämmerchen ermittelt. Die Tastendynamik und die Velocity-Kurven können durch zusätzliche Betätigung dreier Drehregler moduliert und gespeichert bzw. an andere Klangquellen angepasst werden.
Diese Technik ist relativ verschleißfrei und führt zu einer Verbesserung der Haltbarkeit bzw. minimiert die bei Gummikontakten auftretende Fehleranfälligkeit. Im Rahmen der departure-Förderung soll das Produkt bis zur Serienreife geführt und vermarktet werden. [Mehr →]
focus Musik, die Erste: The Gap stellt Fragen zur Play.fm App Engine – einem Tool zum “Selberbauen” von Apps
Die Ergebnisse der departure-Förderausschreibung „focus Musik – Neue Töne der Musikwirtschaft“ stehen fest: Aus insgesamt 40 Einreichungen prämierte die international besetzte Expertenjury neun Projekte, die innovative und nachhaltige Impulse für die wirtschaftliche Verwertung von Musik setzen. In den nächsten Wochen werden die einzelnen geförderten Projekte in Kooperation mit The Gap – Magazin für Glamour und Diskurs vorgestellt. Jeweils Montags und Donnerstags. Aus Anlass des heutigen, seltenen Datums haben wir bereits das erste Interview vorgezogen und blicken hinter die Kulissen der Play.fm App Engine. Mehr dazu im nachfogenden Interview von Anna Hoffer und Stefan Niederwieser, die Georg Hitzenberger, CEO und Gründer von Play.fm zur App Engine befragten.
Die Musik ist im Umbruch. Play.fm stellt sich mit einer App Engine – einem Tool zum Selberbauen von Apps mit Anbindung an die Play.fm-Technik – auf die Veränderungen ein. Das Projekt erhielt von departure eine Förderzusage.
Mit einer eigenen iPhone-App hat Play.fm bereits vor etwa einem Jahr für Aufsehen gesorgt. Die Infrastruktur ist da, der eingeschlagene Weg wird jetzt mit der App Engine konsequent fortgesetzt.
Sollten diverse Radios, Clubs und musikaffine Marken sich eine App bauen wollen, die nicht nur ihre Events bei dir um die Ecke anzeigt, sondern mit der du dir auch noch diverse Sets der DJs anhören kannst, die dort spielen werden, dann sind sie bei der App Engine von Play.fm goldrichtig. [Mehr →]
Die Visualistin LIA im departure-Interview über “Trial-and-Error” als Stil, Pixel als Bauteile und die psychologischen Experimente Wolfgang Köhlers
Du arbeitest schon seit den frühen 1990er Jahren im Bereich der digitalen Kunst, seit 2000 beschäftigst Du Dich auch mit Live-Visuals. So siehst Du Dich selbst einerseits als Künstlerin der „old school“ und gleichzeitig als Teil der avantgardistischen Live-Visualisierungsszene. Ist es nun mehr Spagat zwischen den beiden Szenen oder eine befruchtende Auseinandersetzung?
Ich sehe die Entwicklung meiner Arbeit prinzipiell sehr linear. Mitte der 90er Jahre war sowohl die Geschwindigkeit der Computer als auch die Screengröße (Monitor-Auflösung) sehr begrenzt. Mit der stückweisen Aufhebung dieser Begrenzungen haben sich mir immer mehr Möglichkeiten erschlossen, und so konnte ich im Jahr 2000 beginnen, mir meine eigenen Tools zur Visualisierung von Musik/Sound zu programmieren. Es gab zu dieser Zeit auch schon (wenig) vorgefertigte Software, die erlaubt hat, Videos zu mischen oder in Echtzeit zu bearbeiten bzw. Bildabfolgen live zu komponieren. Aber für mich war es wesentlich interessanter, die von mir bis dahin erzeugten interaktiven Arbeiten mittels Live-Soundinput auf eine andere Ebene zu bringen. Ich fand vorgefertigte Software einfach zu limitierend. Dadurch, dass ich selbst sowohl digitale Kunst als auch meine Live-Visualisierungs-Tools selbst programmiere, gibt es natürlich Überschneidungen zwischen diesen beiden Formen.
Christian Fennesz und Lillevan im ARD-Gespräch über “Das EINE Ding, das auf der Bühne passiert …”
Der Ausnahme-Elektroniker Christian Fennesz interpretierte in einer einmaligen Performance gemeinsam mit dem Animations-, Video und Medienkünstler Lillevan das Werk Mahlers für das “lied lab 2011: gustav mahler festival” neu. Die Polarität zwischen klassischer Harmonie und Avantgarde, Mahler-Samples und eigens eingespieltem Material sollte den Geist Mahlers spüren lassen.
Fennesz verwendet Material von Mahler und versucht, es in seine eigene Klangwelt einzubauen.
Lillevan vergleicht die Einzigartigkeit der entstandenen Performance – eine Art Live-Collage – mit dem Auftritt mehrerer Jazz-Musiker: „Die haben keine Kabel, die sind nicht synchronisiert miteinander. Sie hören einander zu, sie treten in Dialog und sie spielen. Bei manchen ist es Saxophon und Trompete, bei uns ist es elektronische Musik und elektronisches bewegtes Bild“.
Entstanden ist gemeinsam mit Lillevan eine eigene Komposition aus Ton und Bild. Lillevan, der sich in diesem Projekt und der Zusammenarbeit mit Fennesz auf pure Textur und Lichtintensität konzentriert, verzichtet gänzlich auf Figuratives oder Narratives. [Mehr →]
Zum Nach-Schauen: Ein Beitrag in der ORF-Sendung a.viso zur DVD-Box “Gustav Mahler Lied Collector’s Edition”
“Holde Lied-Kunst trifft Zeitgeist: Mit den Liedern Gustav Mahlers befasst sich ein spannendes Experiment von der Kreativagentur departure: Zu Aufnahmen renommierter Lied-Interpreten haben Künstler, die sonst eher der Elektronik-Szene zugerechnet werden, so genannte visuals gestaltet: erst für das Lied.lab – Konzertabende im Wiener Radio-Kulturhaus – jetzt sind die Visualisierungen auf sieben DVDs erschienen – in der Sammelbox “Gustav Mahler Lied Collector’s Edition”. Ein Gesamtkunstwerk, das neue Publikumsschichten für die Kunstform Lied begeistern und Einblicke in die Kreationen unterschiedlicher Visualisten bieten soll.” (Text: a.viso)
Es weckt das Lied die Liebe!
Wolfgang Holzmaier, musikalischer Kurator des „lied lab 2011: gustav mahler festival“ [Mehr →]





