Web 2.0 ist eine super Sache. Aber wo sind die Businessmodelle, die das Ganze finanzieren?
Anlässlich des departure Themencalls 2007, der am 29. Oktober endet, diskutiert Florian Magistris, Geschäftsführer der Portalus GmbH für Werbevermarktung und Medienentwicklung, mit
über die neuen Herausforderungen und Möglichkeiten, die das Phänomen Web 2.0 mit sich bringt:
Inhalt:
Märkte sind Beziehungen. Beziehungen sind keine Märkte. Web 2.0 ist, wo Investoren hinein investieren, und Web 1.0 ist, womit sie vielleicht momentan ein bisschen Geld verdienen.Der Web 2.0-Hype ist also von Medien und Investoren gemacht. Doch sieht man heute, dass er viele Gründungsinitiativen begünstigt, die vorher isolierte Gruppen aktiv in Wirtschaftsprozesse bringt. Man darf sich also vom Hype nicht abschrecken lassen.
Allerdings stehen die Volumen der Werbe-Etats im krassen Defizit zum tatsächlichen Spending und den vielen Kontakten, die man über Web 2.0 machen kann. Einerseits erachten es viele Investoren als notwendig, dass Web 2.0-Communities gross sind, um mit einem rein werbebasierten Modell erfolgreich zu sein. Umgekehrt zeigt sich, dass sich in den richtigen Nischen mit den richtigen Themen, verhältnismäßig wesentlich mehr Erlöse erzielen lassen.
Die richtigen Business-Modelle für beide Varianten scheinen noch nicht gefunden zu sein. Bestes Beispiel: You Tube. Obwohl You Tube selbst nicht profitabel ist, dabei aber 10% des gesamten Traffics im World Wide Web produziert, eröffnet es dennoch anderen Unternehmen wichtige Wertschöpfungszyklen, die vorher nicht vorhanden waren. Soziale Netzwerke sind also neben allem unternehmerischen Partikularinteressen vor allem ein öffentliches Gut – ähnlich einer Autobahn und insofern für eine Gesellschaft unverzichtbar.
Deshalb geht es darum, neue Zugänge zu entwickeln, die dieses Potential zu nützen. Insbesondere sind dafür Kommunikationsmodelle erforderlich, die über klassische Werbekonzepte weit hinausgehen.
Die aktuelle Entwicklung sieht allerdings anders aus: Je älter Web 2.0-Medien werden umso klassischer erscheint die Werbung und sieht inzwischen fast aus, wie früher in Zeitungen. Allein, sie rechnet sich meist nicht. Dennoch ist Werbung der elementare Revenue-Faktor für Web 2.0, denn – hier herrscht allerorts Einigkeit – Paid Content funktioniert erst recht nicht.
Es bleibt das Faktum: Social Communities, Social-Commerce-Plattformen und Sozial-Software werden von UserInnen immer aktiver genutzt. Der Bedarf ist da und wächst stetig an. Branchenleader wie Amazon, Google oder E-Bay sind erst der Anfang
einer neuen Ära.
Aber wie sehen die Erfolgsmodelle aus, in denen es nicht um 120 auf 90 Pixel Banner geht?
Das ist die Ausgangsfrage, um die es bei „Lifestyle Advertising“ geht und die auch die grundsätzliche Aufgabenstellung für den aktuellen Themencall von departure ist, für den ingesamt 700.000 Euro an Fördergeldern zur Verfügung stehen.
Das Blog widmet dem Thema ab sofort eine ausgiebige Serie. Der Podcast ist dazu der Startschuss.
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