Das Problem:
Die Verständlichkeit eines Services, seine Usability und Elemente wie bspw. ein einfaches Interface-Design, das die intuitive Nutzung zulässt, werden zu Recht als entscheidender Erfolgsfaktor für jedes Service betrachtet. Ambitionierte Unternehmen glauben, dass die maximale Simplicity des Service-Designs bereits in der Anfangsphase der Entwicklung ein Garant dafür ist, dass die UserInnen es in Massen nutzen werden. Sie verwechseln damit Cause und Effect.
Sie verkennen, dass zuerst die konkreten Inhalten im Entwicklungsprozess erst gefunden werden müssen.
Die Realität:
Umso offener, flexibler und multifunktionaler das Design eines neuen Services zu Beginn ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit der Erstnutzung durch unterschiedliche UserInnnengruppen. Insbesondere in der ersten Phase nutzen unterschiedliche UserInnen unterschiedliche Elemente des Services, teilweise sogar anders als ursprünglich vorgesehen, damit sie ihren konkreten Bedürfnissen gerecht werden. Oft genug geht es auch darum, dass ein Service mit einem anderen verbunden werden soll, oder, dass UserInnen es auf auf Plattformen nutzen wollen, die eine andere Bedienung erfordert . Übertriebenes Simplicity-Design schon zu Beginn verhindern diese Re-Inventionprozesse. Es produziert Fans in der Nische und versperrt tendentiell den Weg in die Breite. Apple Computer können ein Lied davon singen.
Die Lösung:
Simplicity ist in nicht die Voraussetzung für den Erfolg eines Services, sondern ein Ziel, das in Abstimmung mit den UserInnen, unbedingt erreicht werden muss, um mit dem richtigen (im Vergleich zum Beginn meist kleinerem) Set-Up an Features in den Massenmarkt eindringen zu können. Je nachdem, welches Set-up sich ergibt, ergibt sich auch das userInnen-zentrierte Simplicity-Design für dieses Service.
Service-Innovation und die Entwicklung von Simplicity im Design gehen im Convergent-Design Modell Hand in Hand. Content makes meaning. Simpicity makes it easy.
Ist es insbesondere am Anfang wichtig ist, dass die Userinnen den Wert des Services durch Re-Invention-Prozesse finden müssen, ist es in der Folge wichtig, im Einklang mit diesem Feedbacks und in Hinblick auf die Early Majority an UserInnen, die man auf diesem Weg erreichen will, im Rahmen von “Perpetual Betas” dafür zu sorgen, dass die Werte des Services am Ende die UserInnen finden.
Posted in Allgemein,Designing Convergent Experience | 5 KommentareDas Problem:
Unternehmen, deren Erfolg sich durch gelungene Service-Innovationen begründet, glauben häufig, dass auch nach dem Überschreiten des Tipping Points, die Implementierung weiterer Innovationen der wichtigste Faktor für den nachhaltigen Erfolg des Services ist. Dabei ignorieren sie den Unterschied zwischen den Bedürfnissen von Early Adopters und Late Adopters.
Das Problem:
Viele Unternehmen sind von der Qualität ihres Services so überzeugt, dass sie nicht verstehen, warum es nicht erfolgreich ist. Sie glauben, das Problem ist, dass die UserInnen nicht genug über das Service wissen und steigern daher das Marketing-Budget.
Das Problem:
UserInnen ändern in bezug auf medienkonvergente Angebote ständig ihre Meinung, sind voller Widersprüche und lernen nicht daraus, wenn sie damit auf die Nase fallen. Trotzdem agieren sie immer aus besten Wissen und Gewissen.
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Unternehmen in den neuen Medien agieren häufig noch so, als wäre alles noch wie früher. Dabei wird in der Reihe „Was ist Medienkonvergenz“ deutlich, dass für die UserInnen in der medienkonvergenten Welt alles anders geworden ist.
Die zentrale Botschaft dieses Blogs lautet daher:
MEDIENKONVERGENT DENKEN, HEISST USER-ZENTRIERT AGIEREN.
Der aktuelle Schwerpunkt „Designing Convergent Experience“ behandelt, was dieser Satz für die Entwicklung neuer Medien, Services und Inhalte bedeutet.
Unternehmen, die in Zukunft erfolgreich sein wollen, bleibt kaum etwas anderes über, als sich von den fünf Irrtümern klassischen Mediendesigns zu verabschieden.
Das hier bereits vorgestellte Convergent-Design-Modell und der damit verbundene Service-Life-Cycle für neue Medien bieten dazu moderne Alternativen.
Irrtum #1: Beim Design eines neuen Mediums oder Inhalts geht es um das beste Produkt.
Das Problem:
Die meisten neuen Medienunternehmen verfolgen entgegen aller Beteuerungen immer noch produkt-zentrierte Strategien. Die Idee und das Design neuer Services wird dabei nicht von den Bedürfnissen der UserInnen inspiriert, sondern von den zur Verfügung stehenden Technologien. Das klassische Design-Mantra lautet: “Wenn ich dieses überlegene Service nutze, werden es auch meine UserInnen nutzen.”
700.000 Euro Förderbudget für den departure Themencall 2007
Das Internet wurde mit dem Ende des letzen Jahrtausends zum Massenphänomen. Kostengünstige Breitbandanschlüsse fördern die Ausweitung der Webnutzung. 4 Millionen Österreicher verbringen laut Statistik Austria täglich rund eine Stunde vor dem Internet. Das sind um 8 Prozent mehr als im Vorjahr. 60 Prozent der Österreichischen Haushalte haben einen Internet Anschluss und die Tendenz ist steigend. Wien nimmt diesbezüglich eine Vorreiterrolle ein: Hier gibt es die meisten Computerbesitzer (73,1 Prozent aller Haushalte), die meisten Internetnutzer (65,3 Prozent aller Haushalte) und die größte Anzahl an Breitbandverbindungen (55,2 Prozent aller Haushalte; Rund 1.4 Millionen Breitbandanschlüsse im Jahr 2006). Die Welt wird besser vernetzt, die Möglichkeiten vielfältiger und die User bringen sich verstärkt aktiv ein. Die Wahlmöglichkeiten werden für den Konsumenten zahlreicher und insofern auch schwieriger zu überschauen.
Kommunikation im konvergenten Medienzeitalter
Das Zeitalter des „Mitmach-Web“ bringt Herausforderungen und Chancen. Unternehmer die diese Chancen ergreifen und in innovative Geschäftsmodelle verwandeln wollen, unterstützt departure durch den Themencall „Lifestyle Advertising. Veränderung der Kommunikation im neuen konvergenten Medienzeitalter“. Medienkonvergenz, das Zusammenwachsen und Verschmelzen vormals getrennter Kommunikationsbereiche und Mediengattungen, beeinflusst Marktverhältnisse und Wertschöpfungsprozesse nachhaltig: Diese Entwicklung will departure jetzt aktiv begleiten. Ab sofort können unter www.departure.at der detaillierte Ausschreibungstext des Themencalls eingesehen und Projekte eingereicht werden. ZielgruppeWerbe- und PR-Agenturen, Content Provider, Medien Distributoren, Applikations- und Formatentwickler sind aufgefordert die zahlreichen Möglichkeiten der Medienkonvergenz aufzugreifen, diese in die Unternehmensabläufe, -konzepte und –strategien einzubinden und Geschäftsmodelle für die Zukunft zu entwickeln. Gefördert werden Projekte, die „Lifestyle Advertising“ und Medienkonvergenz im weitesten Sinn als Geschäftsmodell, Prozessinnovation und Strategie in den Mittelpunkt stellen und zur unternehmerischen Weiterentwicklung einsetzen.
Weiterführende Analyse des Themas
Das von departure in Auftrag gegebene und im Juli veröffentlichte White Paper “Lifestyle Advertising. Veränderung der Kommunikation im neuen konvergenten Medienzeitalter” (zum Download unter www.departure.at) hat im Vorfeld bereits einen relevanten Überblick über die wichtigsten Rahmenbedingungen und aktuellen Entwicklungen geschaffen. Ergänzend tritt departure mittels eines Blogs (blog.departure.at) in einen offenen Diskurs mit Kreativen und Unternehmen der Kommunikationsbranche. Im Rahmen des Blogs wurden schon zahlreiche Facetten des Themas Medienkonvergenz tiefer gehend analysiert sowie Möglichkeiten und Chancen für Wiener Unternehmen aufgezeigt. Auch ausgewählte, detailliert dargestellte Best Practice Modelle sind Gegenstand des Blogs und sollen als Inspirationsquelle und Orientierungshilfe, insbesondere für Unternehmen, die einen Förderantrag stellen, dienen. Die departure wirtschaft, kunst und kultur gmbh fördert Projekte an der Schnittstelle von Kreativität/Kunst/Kultur und Wirtschaft. Bisher wurden im Rahmen des laufenden Förderprogramms und dreier Themencalls: 2004 „music to sell“, 2005 „dSign Up!“ und 2006 „re:Design“ 89 innovative und wirtschaftlich nachhaltige Projekte von Wiener Unternehmen mit rund 7,2 Mio. EUR gefördert. Service:
Online Einreichungen zu departure_focus sind ab dem 20. August 2007 zum Thema „Lifestyle Advertising. Veränderung der Kommunikation im neuen konvergenten Medienzeitalter“ unter www.departure.at möglich.
Download Möglichkeit des White Papers unter www.departure.at
Rückfragehinweis:
Dorothea Köb
PR & Öffentlichkeitsarbeit
departure wirtschaft, kunst und kultur gmbh
Hörlgasse 12, A-1090 Wien
Tel.: 4000-87107
Fax: 4000-87109
E-Mail: koeb@departure.at
www.departure.at
Eines der wichtigsten Argumente für die Nutzung des Convergent Design Models ist, dass neue Services (Medien und Inhalte), welche die konkreten Praktiken und Einstellungen der UserInnen als Fundament ihrer Entwicklung und Verbreitung begreifen, tendenziell wesentlich größere Erfolgschancen haben als jene Produkte, deren Annahme die UserInnen zu einer produkt-immanent bedingten behavioristische Veränderung ihres Verhaltens zwingt.
Dass die Bedeutung dieser Generalisierung im medienkonvergenten Ökosystem zunimmt, liegt:
Über beide Aspekte habe ich an bereits ausführlich gepostet.
The Service-Life-Cycle: Capabilty meets Usability meets the User
Im Kreislauf des Convergent Design Modells sind daher die UserInnen der Ausgangspunkt bzw. Grundbaustein für die Entwicklung und die Verbreitung eines neuen Services, das in diesem System eher als Resultat des Entwicklungs- und Verbreitungsprozesses zu begreifen ist und nicht als dessen Ursache.
Posted in Allgemein,Designing Convergent Experience,Lifestyle Advertising | Keine KommentareDesigning Convergent Experience heisst das userInnen-zentrierte Entwicklungsmodell, das ich im letzten Posting vorgestellt habe. Zugegeben: das Konzept der „Perpetual Betas“ und die Entwicklung eines neuen Mediums oder Inhalts im Rahmen eines Top Down/Bottom Up-Prozesees in Kooperation mit UserInnen klingt nicht nur aufwendiger als die alten Methoden, die auf klassische Marktforschungstools aufbauten: Es ist es auch.
Bevor dieses Blog die einzelnen Aspekte des Modells beleuchtet, hier daher eine Reihe von Gründen, welche die Nutzung des Modells dennoch lohnenswert, persönlich glaube ich sogar, unumgänglich machen. Immer vorausgesetzt, man will mit Neuentwicklungen am medienkonvergenten Markt nachhaltig reüssieren:
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Im Zentrum von Teil 5 der Reihe „Was ist Medienkonvergenz“ stand eine neue Formel der Konvergenzbetrachtung, die sich so gut wie alle Prinzipien für die Entwicklung und Verbreitung neuer Medien berücksichtigt, und sich daher nicht oft genug wiederholen lässt:
War es die klassische Idee von Konvergenz, dass alle Hardwaregeräte und Applikationen in einer zentralen Schnittstelle zusammengefaßt werden (ein Blackbox-Trugschluss), liegt die neue Betrachtungsweise von Medienkonvergenz darin, dass sich auf der einen Seite die Schnittstellen vervielfachen und auseinanderdriften (Divergenz), während auf der anderen Seite die verschiedensten Inhalte zusammenlaufen (Konvergenz)!
Posted in Allgemein,Designing Convergent Experience,Lifestyle Advertising | Keine KommentareDass Medienkonvergenz die Betrachtungsweise auf unsere sämtlichen Lebensaspekte verändern wird, behaupte ich in diesem Blog ja schon immer. Dass uns Medienkonvergenz allerdings bis ins Jenseits verfolgen wird, hatte ich da noch nicht geahnt. Aber Business ist Business. Und bekanntlich ist ja nicht einmal der Tod umsonst:
„Wenn ich das Geld hätte, würde ich auf der Stelle einen TV-Sender rund um das Thema Bestattung ins Leben rufen”, hatte auch ZiB-Sprecher Gerald Gross im Mai dieses Jahres im Museumsquartier erklärt, wo er anlässlich des 100. Geburtstages der Bestattung Wien ein Symposium zum Thema Marketing für Bestatter moderierte.
Offensichtlich lag die Idee in der Luft. Der Verband deutscher Bestatter wagt sich nun an die Realisierung – noch im Herbst soll der Trauerkanal als dreistündiges Programm über Satellit und Internet starten. Titel des Kanals: Eos TV.